Bei herrlich abgekühlten Temperaturen starteten 14 Wanderer an der Schmausemühle, Nähe Gondershausen, und machten sich auf den Weg durch die schattige Baybachklamm.
Vorbei ging es an der Heyweiler Bauernmühle (heute in Privatbesitz, genutzt als „Doppelkopf Akademie“), einem kleinen Wasserfall und vielen lauschigen Plätzen am Wasser. Wir hatten einige steile Kletterpassagen und Klippen zu erklimmen, die gut mit Drahtseilen als Kletterhilfen gesichert waren. Ein absolutes Highlight war die Aussicht von der Barreterley, einer Felsnase, die weit aus dem Felsen herausragt. Etwas Mut verlangte es schon, die Aussicht dort zu genießen. Auf dem gesamten Wanderweg zieht die Natur alle Register, eine urwüchsige Kombination aus Bachlauf, hohen Felsen, Wasserfall und Wald vermittelt immer wieder spannende Eindrücke. An der „Schinkaul“, einer gemauerten Grube im Wald auf Felsgestein, erfuhren wir, dass diese früher, weit entfernt von den Dörfern, zur Entsorgung toter Tiere genutzt wurde, um Seuchen zu verhindern.
Einige Höhenmeter mussten wir noch überwinden, bevor wir eine gemütliche Mittagsrast oberhalb von der kleinen Siedlung „Steffenshof“ machten. Hier steht eine kleine, liebevoll eingerichtete, offene Hütte, ausgestattet mit Besen und Schaufel zum Schuhe säubern. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick weit über das Land.
Gut gestärkt ging es weiter durch den Wald, am Prinzbach entlang, vorbei an der „Klöckners Kaul“, einem ehemaligen Schieferstollen, heute ein nett angelegter Rastplatz. Nach ca. 9 km bogen wir links zum Baybach ab und wanderten einen verschlungenen, idyllischen, kleinen Waldpfad zur Burgruine Waldeck entlang. Da die Burg Waldeck eine „Spornburg“ war (errichtet auf einem natürlichen Fels, der sich von einem größeren Berg ins Tal erstreckt), hatten wir auch hier wieder einige, schweißtreibende Höhenmeter zu erklimmen. Die Aussicht durch die Ruinen der Burgmauern belohnte uns, und wir erfuhren dort oben Interessantes über die Entstehung (um 1140) und Geschichte der Burg. Die Oberburg ist bekannt als Wiege der deutschen Liedermacher. Hier fand das erste deutsche „Woodstock“ statt. Liedermacher wie Wader, Reinhard Mey, Hüsch, Degenhardt, Joana, Schobert und Black und viele andere traten hier in der Zeit von 1964 bis 1969 auf. Die Festivals etablierten das kritische, politische Lied als Gegenpol zum gängigen Schlager.
Nun ging es wieder bergab. Im Tal angelangt, führte der Weg an den Baybachklamm-Höhlen vorbei. In einigen wurde Bleierz und Schiefer gewonnen, heute finden Fledermäuse dort ihren Unterschlupf. Nicht mehr weit und die lauschige „Schmausemühle“ war in Sicht. Hier haben wir die Wanderung von 14 km und 360 hm gemütlich beendet.
Bericht und Fotos: Sybille Brenner






