Die Vorfreude war groß, als es am Sonntagmorgen in aller Frühe losging nach Kreuth am Tegernsee. Eine erlebnisreiche Wanderwoche in malerischer Voralpenlandschaft stand auf dem Programm der SKG-Wanderabteilung, organisiert und umgesetzt von Wilfried Merten.

Die Anreise in Fahrgemeinschaften funktionierte problemlos. Gegen 13 Uhr war das Gepäck im Hotel Post in Kreuth verstaut und wir starteten bei strahlendem Sonnenschein zur Wanderung in die Wolfsschlucht.

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Auf dem Weg dorthin lag zum Glück die herzogliche Fischzucht, wo wir uns erst mal mit regionalen Köstlichkeiten (besonders lecker: Fischbrötchen mit frisch geräucherter Forelle oder Saibling) und kühlen Getränkten stärkten. Über einen abwechslungsreichen Wanderweg, vorbei an der Almwirtschaft Siebenhütten, erreichten wir nach wenigen Kilometern die beeindruckende Felsschlucht. Der Weg führte uns noch ein Stückchen weiter über Steine und stellenweise durch das Bachbett bis zur „kleinen“ Wolfsschlucht. Fasziniert waren wir von der Landschaft, die in der Nachmittagssonne wie eine romantische Filmkulisse wirkte.

Auch die „große“ Wolfsschlucht, nur ein kurzes Stück entfernt, mit ihren Kaskaden-Wasserfällen war spektakulär und wurde in vielen Fotos festgehalten. Für den Rückweg hatte Wilfried eine aussichtsreiche Route oberhalb des Tals ausgesucht, über die wir dann mit vielen schönen Eindrücken den Ausgangspunkt erreichten.

Einige müde Füße wurden anschließend noch im Kneipp-Becken des Kurparks Kreuth, nur wenige Meter vom Hotel entfernt, wiederbelebt. Der Tag ging dann bei einem leckeren Abendessen (zum Entree: Gruß aus der Küche mit frischen Brezen, Obatztem und Radi) in der urig-gemütlichen Gaststube des Hotels zu Ende.

IMG 321 Bild 3 sEin zeitiger Aufbruch war am nächsten Tag angesagt und der Begriff „Frühstück“ wurde durchaus wörtlich genommen. Bereits um kurz nach sieben saß ein Großteil der Gruppe am Frühstückstisch - das Buffet ließ keine Wünsche offen- und pünktlich um 8.45 Uhr waren alle an den Autos, um zum Ausgangsort unserer heutigen Tour zu fahren.

Die Königsalm war das Ziel des Tages. Dieser wunderschön gelegene Ort erfreute sich, wie man auf einer Informationstafel lesen konnte, schon bei vielen gekrönten Häuptern einschließlich Kaiserin „Sissi“ großer Beliebtheit. Wie die wohl da hochgekommen sind? Wahrscheinlich nicht wie wir den steilen Pfad durch den schattigen Wald hoch…

Auf dem Weg nach oben gab es dann noch die Option, einige Höhenmeter mehr auf die Blauberg-Alm (1540m) zu steigen. Spontan entschlossen sich 8 Leute als „Kleingruppe“, diesen Weg einzuschlagen und die Königsalm dann auf dem Rückweg zu besuchen.

Die anderen gingen direkt zur Königsalm, gelegen auf 1115 m Höhe, am Fuß des Schildensteins. Beide Touren waren sehr lohnend und der Kuchen und die Buttermilch schmeckten vor den denkmalgeschützten Gebäuden mit Aussicht auf die Blauberge und den Leonhardstein besonders gut. Abends wurden dann viel erzählt und es wurden viele Bilder mit und ohne Gipfelkreuz, aber immer mit lachenden Gesichtern, ausgetauscht. Auch der Wirt der Post leistete seinen Beitrag zur guten Stimmung mit einem zünftigen bayrischen Büffet - Ente, Braten, Knödel, Kraut und vieles mehr…Da sahen wir ihm die Stimmungsmusik über Lautsprecher - Schützenliesel in der Version von Heino - gerne nach.

Unsere Tour auf die Tegernseer Hütte, ein echtes Wanderhighlight und eigentlich für den Mittwoch vorgesehen, wurde aufgrund der Wetterprognose von Wilfried um einen Tag vorverlegt, was sich als kluge Entscheidung herausstellte.

Am Dienstagmorgen wurde nach reichhaltigem Frühstück flugs gepackt und in die Autos gestiegen. Pünktlich um 9 starteten wir am Parkplatz. Schnell wurde noch ein Gruppenfoto von Wilfrieds „pflegeleichter“ Wandergruppe aufgenommen. Dieses Prädikat wurde uns von Wilfried verliehen als fröhliche und homogene Truppe, bei der sich der Wanderführer entspannen kann…

Nach steilem und stetigem Aufstieg über Stock und Stein erreichten wir nach 3 Stunden Gehzeit um 12 Uhr die Tegernseer Hütte, die wie ein Adlerhorst am Berg thront. Bei traumhaftem Sonnenschein wurden wir mit einem grandiosen Blick für unsere Mühen (es flossen einige Schweißtropfen beim Aufstieg der rund 830 Höhenmeter) belohnt.

Einige saßen bei einer Jause vor der Hütte, andere brachen in Kleingruppen auf, um den Roßstein mit Gipfelkreuz zu erklimmen. Um 14 Uhr begannen wir den Abstieg in Richtung Roßkopf-Almen. Beim Aufbruch stellte sich heraus, dass ein Paar Wanderstöcke vertauscht worden waren und sich mit dem falschen Wanderer Richtung Tal bewegten. Durch zügigen Abstieg konnte dieser noch erreicht werden und die Wanderstöcke kehrten zum jeweils richtigen Besitzer zurück. Über Kuhwiesen ging es zurück zur Buchsteinhütte, wo wir noch mal eine Pause einlegten (wegen Ruhetag kam hier die Rucksackverpflegung zum Einsatz).Alle schafften den steinigen und teils steilen Abstieg gut, jeder schaute auf jeden und so kamen wir vollzählig und abgesehen von einigen Ausrutschern mit etwas unsanfter Landung unbeschadet unten an. Es war ein einmaliges Erlebnis, das jede Mühe wert war!

Der Mittwoch zeigte sich wie vorhergesagt kühl und regnerisch, sodass eine Bergtour nicht zu empfehlen war.

Jeder konnte den Tag nach eigenen Vorstellungen gestalten. Dank der Gästekarte Tegernsee hatten wir freie Fahrt mit Bus und Bahn rund um den See. Die Bushaltestelle war direkt am Hotel. Schnell fanden sich Gruppen zusammen und der Tag wurde für Shopping, Panoramaspaziergänge, Schiffsfahrten und Genussmomente mit regionalen Spezialitäten genutzt.

Oh Wunder, am frühen Abend trafen wir uns fast vollständig wieder im Bus nach Kreuth. Der freundliche Busfahrer wartete auch auf die Letzten der Gruppe, die noch angerannt kamen. Abends wurden wir dann noch mit einem italienischen Buffet verwöhnt, wofür die Küchenmannschaft verdienten Applaus von allen erhielt. Dank der verschiedenen Aktivitäten gab es reichlich Gesprächsstoff über Luxusläden in den Nobelorten am See, das Sortiment der Sportgeschäfte, leckere Kuchen und eine besondere Papierfabrik. Dann mussten wir an diesem Abend noch etwas sehr Wichtiges erledigen. Es war uns eine Herzensangelegenheit, uns bei Wilfried für die tolle Organisation und Betreuung zu bedanken. Neben einem kleinen Präsent verliehen wir ihm den Titel „SKG Premiumwanderführer“.

Am Donnerstag hatten wir dann Glück und das Wetter war besser, sodass es auf den Hirschberg, immerhin 770 Höhenmeter, gehen sollte. Alle waren nach dem Relax-Tag am Mittwoch gut erholt und wir liefen wie gewohnt im Gänsemarsch frohen Mutes gleich hinter dem Hotel den Weg zum Hirschberghaus hinauf. Es war kühl und der Himmel wolkenverhangen. Nachdem wir dann den schönen Waldweg ein Stück gelaufen waren, zeigte sich ein Stück blauer Himmel und zunehmend kam die Sonne durch. Entlang von Almwiesen und auch mal zwischen Kuhherden hindurch stiegen wir auf bis zum Abzweig zur Hütte bzw. zum Hirschberggipfel.

Da der Weg auf den Gipfel sehr rutschig war und die Sicht nicht sehr gut (einer hatte den Gipfel schon bestiegen und erstattete Bericht) entschieden wir uns, auf den Gipfel zu verzichten und direkt zur Hütte weiter zu gehen. Hier wärmten wir uns bei Suppe, Kaffee Tee und verschiedenen Hüttengerichten.

Der Abstieg ins Tal ging gut, wir waren ja schon geübt, und inzwischen schien auch wieder die Sonne. Nach angemessener Erholungszeit beim Wassertreten, Power Nap oder einem Kaffee fuhren wir dann um 18 Uhr mit dem Bus nach Tegernsee. Unseren letzten Abend wollten wir im bekannten Tegernseer Bräustüberl verbringen. Hier gab es dann das vor Ort gebraute Bier, das frischgezapft besonders gut schmeckte und natürlich was Bodenständiges zu essen, serviert von einer netten Servicekraft.  Dank der von Wilfried organsierten Taxi-Rückfahrt konnten alle den Abend entspannt genießen und sich den von einem freundlichen Sponsor zugedachten Williamsschnaps, versüßt mit Birne und Saft, schmecken lassen (Vielen Dank dafür!)

Leider war diese Wanderwoche viel zu schnell vorbei, da waren sich beim Abschied am nächsten Morgen alle einig.

Fazit:

  • mindestens 2260 Höhenmeter und 45,5 km auf wunderschönen Wanderwegen ( … der Weg ist das Ziel!)
  • 25 lachende Gesichter
  • eine superschöne Wanderwoche, auf der alle viel Spaß und viele schöne gemeinsame Erlebnisse hatten

Bericht: Sabine Laun-Donsbach, Claudia Krauß, Bilder: Teilnehmer